Restaurierung von Marilyn!

De ehemalige Besitzerin Marilyn H
De ehemalige Besitzerin Marilyn H

Kauf und Überführung

Gekauft habe ich meinen 404 Coupe am 8. Mai 2011 in Lemoges in Frankreich.

Amtliches kennzeichen 997FF23, Fahrgestellnummer 6802986, Baujahr 4. Mai 1968 und 3. Modellserie. Sie hat eine hervorragende Substanz, aber sehr viele Standschäden, welche sich leider erst später offenbaren werden.

Update: Das Fahrzeug hat einen schwerer Unfall gehabt mit ein Frontschaden Links, dann vermutlich über einen Fels geknallt und das Heck schwer beschädigt, dass Heck steht ca. 4 cm schief und ist nach unten geknickt!

Marilyn ist Zuhause!

26. Febrauar 2012 angefangen mit der Zerlegung und Abbau sämtliche Anbauteilen. Geplant ist eine Tauchbad-Entlackung mit Entrostung und anschließende Versiegelung, aber bevor das so weit ist, gibt es viel zu tun.


Fast 4 Monate gebraucht alles sauber und ohne große Beschädigungen zu demontieren und einzulagern. Nachdem sämtliche Anbauteile inklusive Motor ausgebaut worden sind , kommen auch langsam die "Schwachpunkten" von Marilyn zum vorschein. Bodenblech, hintere Kotflügel, links hintere Kotflügel, Scheinwerferfassungen und unteres Schutzblech. Am schlimsten ist der Heckschaden, dass hintere Eck ist ca. 3 cm niedriger und ist auch die Ursache für die Radkasten-Beschädigungen. Ich hatte das Glück, dass ich ein Gestell ausleihen kann, welche es möglich macht, das Auto ohne Probleme auf die Seite "legen" kann um an der Unterseite gut arbeiten zu können.


Das Auto ist jetzt vollständig entkernt und kann in der Badewanne. Die Firma Carblast aus der Nähe von Stuttgart holt das Auto am 12. juli 2012 und das warten hat seinen Anfang!

 

Endlich am 16.Oktober 2012 wird sie wieder gebracht und ich bin begeistert, kein Lack oder Unterbodenschutz-Reste mehr, völlig entrostet und Grundiert steht sie da!

 

Wie gehen die bei Carblast vor?

 

Entlacken des Fahrzeugs

Mit hilfe das Transportgestell welche ich von Alexander L ausgeliehen habe, wird die gesamte Konstruktion mit Hilfe eines Deckenkranes in das Entlackungsbecken (L = 5160 mm, B = 1960 mm, H = 2500 mm) gefahren. Durch das Eindringen des Entlackungsmittels in sämtliche Hohlräume und Fugen wird ein optimales Entlackungsergebnis erzielt. Dieses Entlackungsmittel, bestehend aus einer Mischung aus Lauge, Wasser und Entlackungsverstärkern, durchdringt nun die Lackschicht.

Durch eine Temperatur von 80° C kommt es zu einer Aufquellung der Lackschicht, einer chemischen Zerstörung des Bindemittels und einer Entfernung gelöster Bindemittelbestandteile an der Oberfläche. So wird Lack, Unterbodenschutz und die gängigsten Spachtelmassen. Kunststoff- und Polyesterteile angegriffen und zerstört werden. Wieder aus dem Tauchbecken wird der zerstörte Lack mittels Wasserhochdruck abgespült und anschließend die komplette Karosse mit Wasserhochdruck gereinigt. Je nach Schichtstärke des Lackes oder des Unterbodenschutzes muss der gesamte Prozess wiederholt werden.

Sind nach der Entlackung angerostete Teile oder durchgerostete Blechteile sichtbar, wird eine Entrostung notwendig.

 

Entrostung

Entrostet wird in einem weiteren Tauchbecken bei einer Temperatur von 40° bis 50° C. Wir verwenden ein phosphorsäurehaltiges Entrostungsmittel mit einem hochwertigen Inhibitor. So wird der Rost entfernt, die angerosteten Metallteile jedoch nicht angegriffen. Mit der Entrostung wird gleichzeitig eine Passivierung auf den blanken Metallteilen erzielt. Die Verwendung von Phosphorsäure verhindert eine Bildung von korrosiven Rückständen auf der Metalloberfläche. 


Korrosionsschutz

 Nach der Entrostung werden alle Teile nochmals mit Wasserhochdruck abgespritzt. Anschließend wird ein wässriger Korrosionsschutz aufgetragen. Mit diesem Schutz ist die Karosse bei trockener Lagerung für mehrere Tage vor Flugrost geschützt. 

 

 


Wie geht es jetzt weiter?

24. Februar 2013 Das Fahrzeug steht jetzt wieder in meine Werkstatt und jetzt wird erst mal ein genaue Bestandsaufnahme gemacht wasgenau alles gemacht werden muss.

Das Vorteil eine KTL-Behandlung liegt da drin, das man jetzt sehr genau die Schwachstellen ausfindig machen kann und gezielt die Restaurierungsarbeiten im Angriff nehmen kann.


Zwischenzeitlich hab ich eine Hebebühne gekauft und der ist endlich mit Spedition eingetroffen. Ein ehemaliges DDR-erzeugung der Fa. Takraft, kann 1,5 to heben und auf 1,80 m Höhe anheben. Problem, das Hydrauliköl was völlig mit Wasser verdunnt und der Hebebühne hat auch nicht Funktioniert. Alles auseinander genommen und gereinigt, Ölfiltereinsatz gereinigt, frische Öl rein gemacht, alles abgeschmiert und siehe da, alles geht wieder.

 

Der Hebebühne hat noch einen großen Vorteil: Ich kann ihm anheben und weg fahren oder draußen verwenden.


Ich komme nicht vorwärts!

Es ist inzwischen Mitte März 2013 und die Blecharbeiten gestalten sich doch schwieriger als am Anfang angenommen und ich bin ziemlich überfordert damit. Ich komme nicht oder nur sehr langsam voran. Ersatzradkasten rausgetrennt, Seitenblech rausgetrennt, aber ich weis nicht so recht wie ich das jetzt wieder vernünftig reinbekommen kann.

 

Sieht alles nicht schlecht aus, aber es passt nicht rein, aber Hilfe ist im Sicht!


Ein Profi gibt Hilfestellung!

Nachdem ich selber nicht mehr weiter komme, habe ich Marilyn nach Marktsteft gebracht. Ein guter Freund von mir hat dort ein Metallverarbeitungsbetrieb und in seine Werkstatt ein Hebebühne und der hat natürlich alle Materialien und Werkzeuge zur Verfügung. Ein Eldorado! Angefangen mit die Seitenbleche, Radkästen und dann weiter zu die Bodenbleche.


Sommer 2013

 

Die Bodenbleche sind ziemlich aufwendig.


Angepasst und Ziggen rein gemacht und aud stump geschweißt. Nachdem wir die Seitenbleche, Radkästen, C-Säule mir neue Bleche versehen haben und die "Baquetts angepasst und montiert haben, geht es auf die Richtbank. Das Auto ist mehr verzogen ls angenommen und ein Profi muss ran. Die neue Bodenbleche werden noch reingesetzt und die Seitenteile

 


Als nächstes habe ich die Sitze mal im Augenschau genommen und die sind in einen relativ guten Zustand. Lediglich das Kunstleder vom Fahrersitz ist gerissen, aber das ist zu reparieren. Meine Polsterin wird die Sache schon regeln.


Motor weitgehenst zerlegt und alle Anbauteile abgebaut. Ölwanne runter und die Kurbelwellelager ausgebaut und überprüft. Schaut sehr sauber aus. Einspritzpumpe zerlegt und gangbar gemacht, sowie die Lager der Drosselklappe erneuert. Die Welle ist schwer eingelaufen und krum, zum glück hab ich noch andere gebraucht-Teile.

 

Hinterachse, Kardanwelle sind general überholt, Getriebe gereinigt und überprüft, die Federbeine zusammen geschraubt und die Bremsbeläge neu aufgenietet.


September 2013

 

Die Seitenverkleidungen abgemacht und neue Trägerplatten angefertigt. Mit einen Spezial-Lank gegen Feuchtigkeit imprägniert, damit Feuchtigkeit keine Schaden mehr anrichten kann. 

Sehr viele Teile sandstrahlen lassen und danach Pulverbeschichten, erspart sehr viel Arbeit und die Teile sind danach super geschutzt.


Dezember 2014

 

Meine Polsterin hat die Himmel fertig, der Rückbank und die Seitenverkleidungen sind fertig.

Sieht richtig schon aus.


Januar 2014

 

Zwischenzeitlich war das Auto auf der Richtbank und alles ist wieder im Lot. Jetzt waren die Beulen an der Seite auch besser zu bearbeiten und es sieht wieder wie einen Auto aus. Die Blecharbeiten sind soch sehr aufwendig und das Heck bekomme ich nicht so richtig hin. Also lange Rede, kurze Sinn, dass Ersatzteil-Fahrzeug muss daran glauben.

01.März 2014 Ich war Heute wieder am Fahrzeug, alles ist jetzt ausgelötet, ausgebeult und gerichtet, am Faschingsdienstag werden die Stoßstangen, Rücklichter und Scheinwerfer angebaut, sowie sämtliche Zierleisten werden montiert. Wenn das alles passt wird Spritzspachtel aufgetragen, nach ca. 3-4 Wochen trocknen wird Karosserie-Dichtmasse aufgetragen. 

Mai/Juli 2014

Die Karosserie ist grundiert, Karosserie-Dichtmasse und Spritzspachtel ist jetzt drauf. Unterboden ist abgedichtet und mit Steinschlagschutz behandelt worden. Innenraum Motorraum und Kofferraum sind bereits in Farbe Lackiert.